[Monster Geek 1] 1. Kapitel – Hinter jeder Tür verbirgt sich eine Überraschung

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1. Kapitel – Hinter jeder Tür verbirgt sich eine Überraschung

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Dieser verschissene Vampir versuchte doch tatsächlich mir zu entwischen! Seine schnellen Schritte donnerten über den Asphalt und gaben mir so genügend Anhaltspunkte, in welche der zwei engen Gassen er abgebogen war. Wie lange wollte er denn noch davon laufen und wohin? Die Gegend war mir bekannt und ich wusste zufällig, dass am Ende der Straße eine Sackgasse war. Ihm war es daher unmöglich, zu entkommen, außer er konnte fliegen, und wir wissen doch alle, dass das bloß idiotischer Humbug ist. Wie so einiges.

Als ich das Tempo erhöhte, spritzte Blut in alle Richtungen von meinem Katana, das ich vorhin verwendet hatte und noch immer fest in der Hand hielt. Zum Glück war ich schneller, schneller als viele andere, was mir schon oft meinen süßen Arsch gerettet hatte. Was nicht an meiner Magie lag und andererseits auch kein Wunder war, wie oft ich hinter etwas nachjagen oder davon laufen musste – wobei mir die erste Variante deutlich besser gefiel. So wie gerade eben.

Ein diebisches Lächeln stahl sich auf meine Lippen. Der Vampir gehörte mir, genauso wie sein erbärmlicher Kopf und das Preisgeld. Warum musste er sich so zieren? Ich war eine Gildenjägerin und es war verdammt noch mal mein Job, Monstern wie ihm den Garaus zu machen und dafür den Sold zu kassieren.

Normalerweise hätte mir die wilde Hetzjagd nichts ausgemacht und ich hätte sie sogar genossen. Doch an diesem Abend war ich bereits etwas gereizt, da statt anders als im Pin beschrieben, nicht nur ein Vampir zu erledigen war, sondern gleich drei. Als ich heute Abend das Vampirnest angegriffen hatte, war ich auf drei verfluchte Blutsauger gestoßen, und so ein Rechenfehler konnte ganz schnell nach hinten losgehen. Aber ich war nicht um sonst Jessamine Diaz, und meines Zeichens eine der besten Gildenjäger in ganz Nordamerika. Okay, zugegeben – noch nicht ganz, aber ich würde es verflucht noch einmal werden und mich dann mit einem ganzen Batzen Geld zur Ruhe setzen. Am besten irgendwo in den abgeschiedenen Wäldern Kanadas mit meinen Frettchen Billy Joel, Gertrude und den Strickarbeiten.

Daher beschleunigte ich ein weiteres Mal mein Tempo und spürte dabei einen dumpfen Schmerz an meiner rechten Seite, als ich tief die Luft in meine Lungen einsaugte. Das würde vermutlich eine deftige Prellung werden, als ich daran zurück dachte, dass mir vorhin einer der Vampire einen Fußtritt gegen die Nieren verpasst hatte, während sein Kumpane mit seinen Fingernägeln ein paar Kratzer auf meiner Wange hinterlassen hatte. Das war aber auch schon alles gewesen, bevor ich sie endgültig kalt gemacht hatte.

Ich hatte fast das Ende der Gasse erreicht, als ich ein verdächtiges Geräusch hörte, das nur davon kommen konnte, wenn sich jemand hinter die nächste Ecke stellte. Wie ein funkelnder Blitz verfing sich das Licht an der Hauswand in der glänzenden, blau aufleuchtenden Klinge meiner Waffe, als ich sie genau in dem Moment nach rechts schwang, als ich meine magische Energie in die Waffe leitete und schlitternd die Ecke erreichte. Kurz sah ich noch in die erschrockenen, geweiteten Augen des Vampirs, in der nächsten Sekunde purzelte der Kopf von seinen Schultern und rollte über den Asphalt. Gleich darauf ging der nun wirklich tote Körper des Blutsaugers zischend in Flammen auf. Deswegen nutze ich die Wartezeit aus, bis alles vorüber war. Seelenruhig wischte ich mit einem Tuch, das ich vor solche Gelegenheiten in der Hosentasche verstaut hatte, das Blut von meinem geliebten Katana Olaf. Ja, ich hatte mein Katana nach einem Zeichentrick-Schneemann benannt, der bereits vor 50 Jahren über die Bildschirm geflimmert war. Mir war wohl nicht mehr zu helfen.

Gerade noch, als sich die letzte magische Energie in Olaf befand, seufzte das Katana in meinen Gedanken erfreut und lobte das kleine Blutgemetzel. Gute Arbeit.
„Danke, deine schnittige Klinge ist aber auch nicht von schlechten Eltern, mein Bester“, erwiderte ich lächelnd. In meinem Kopf sah ich sein erfreutes Grinsen – Olaf liebte Komplimente genauso sehr wie ich – bevor meine Magie aus der Waffe sickerte und die Verbindung abbrach. Ich hatte nicht viel Magie in mir, konnte gerade einmal ein paar leichtere Bann- oder Schutzzauber wirken, aber einer meiner Besonderheiten war, dass ich meine Waffen mit Magie aufladen konnte und sie dadurch stärker, härter – tödlicher wurden. Und ich komischerweise in meinem Kopf mit ihnen kommunizieren konnte, als ob meine Magie ihnen für einen Moment eine Persönlichkeit verpasste, die wieder verschwand, sobald der Zauber versiegte.

Erst als Olaf wieder vollständig sauber und blitzblank war und fast kein Rest des Vampirs mehr übrig war, bückte ich mich, um seine Beißerchen aufzuheben. So praktisch es auch war, dass Vampire, Werwölfe, Geister oder vieles mehr nach getaner Arbeit einfach in Asche zerstoben oder in Luft aufgingen, war es ein Segen, dass Vampire ihre Zähne zurückließen. Wie sonst sollten wir Gildenjäger einen Beweis vorbringen und den Sold einsacken?

Ich pustete fest auf die Vampirzähne zwischen meinen Fingern und verstaute sie dann zu den anderen zwei Gebissen in meiner silbernen magischen Fundus-Büchse, die aus eingewobenen Holzfäden und Weihrauchpulver gegossen war. Egal wie groß meine Beute war oder was ich hineinlegte, die Büchse bot immer genug Platz, obwohl sie im geschlossenen Zustand immer gleich klein blieb – fünf mal zwei Zentimeter. Eine Spezialanfertigung zu meinem Geburtstag.
Ja, die Zwillinge waren eben doch die besten.

Lächelnd steckte ich die Dose wieder zurück, küsste die Fingerspitzen meines Mittel- und Zeigefingers und zeichnete mit ihnen ein Kreuz über meine Brust, an der Stelle des Herzens. Das war mein Ritual, um mich bei Gott, der Magie oder bei was auch immer zu bedanken, dass ich eine weitere Jagd überlebt hatte. Jeder Gildenjäger – so ehrlich konnte man sein – war etwas verschroben, schrullig und mit nicht nur einer handvoll Eigenheiten gesegnet. Dazu gehört auch, dass wir trotz besseren Wissens, Abergläubisch an die Jagd herangingen, mit kleinen Ritualen. Entweder davor oder danach. Meine war diese – kurz, bündig und knackig, wie mein Hintern. Andere zogen zum Kampf immer die gleiche Unterhose an. Man konnte nur hoffen, dass sie dazwischen gewaschen wurde. Oder wieder andere beteten währenddessen ständig, was ich komplett bescheuert fand, da es erstens von den übernatürlichen Wesen zu hören war und zweitens total vom Auftrag ablenkte. Wiederum kannte ich auch Jäger, die vor einer Jagd sieben Mal Salz über ihre linke Schulter warfen oder drei Mal verkehrt im Kreis liefen.

Ja, man konnte daher ruhig behaupten, dass wir wohl alle unsere Psychosen und Eigenheiten hatten. Grinsend strich ich meine nachtschwarzen, engen Klamotten glatt, die aus dem neuen Inn∞Leder bestanden und alle Fremdpartikel abweisen konnte. Egal was mit dem Lederstoff in Berührung kam, meine Kleidung blieb so sauber, wie an dem Tag, an dem ich sie gekauft hatte. In meinem Fall versuchte es immer wieder das Blut oder irgendwelche andere schleimige Fetzen, aber es hatte keine Chance und perlte einfach ab wie Wassertropfen auf einer dicken Staubschicht. Normalerweise würde ich an dieser Stelle direkt zu einer der Gildenbuden gehen, aber davor hatte ich heute noch etwas anders zu erledigen.

***

Geräuschlos schlich ich um das heruntergekommene Haus, bei dessen Hintergarten ich vor einer halben Stunde die ersten zwei Vampire erledigt hatte und der dritte geflohen war. Die Fassade war schäbig, genauso wie der ungepflegte Rasen oder der verwitterte, schiefe Zaun. Das perfekte Bild einer leerstehenden, rattenverseuchten Hütte, die kein normaler, geistig gesunder Mensch betreten würde. Ich trat ein.

Aber erst, nachdem ich mich ein weiteres Mal überzeugt hatte, dass kein vierter Vampir auf mich wartete. Wie ich bereits angenommen hatte, war das Innere ganz anders eingerichtet, als man von außen zu schließen war. Mit opulenten Möbeln und einigen SchnickSchnack, der über flauschige Teppichläufer, moderne Kunst an den Wänden und unnötige Vasen und Statuen reichte. Geschmeidig glitt ich von einen Raum in den nächsten, ohne noch einmal auf einen toten Blutsauger zu stoßen. Soweit so gut, wäre da nicht plötzlich das Knarren eines Fußbodens zu vernehmen. Sofort erstarrte ich und schärfte alle meine Sinne. Nicht nur, dass ich extrem schnell laufen konnte, hatte ich auch ein gutes Gehör und Augen, die auch bei wenig Licht sahen. Ich befand mich bereits auf der Treppe hinunter in den Keller. Oben war im übertragenen Sinn alles sauber gewesen, unten offensichtlich nicht. Meine Hand schloss sich fester um das Heft von Olaf. Obwohl es noch mitten in der Nacht war, sah ich durch das meine außergewöhnliche Nachtsicht genug, um Umrisse wie Gefahren zu erkennen. In der Luft lag deutlich der unverkennbare, eiserne Geruch von Blut – also alles ganz normal für eine Vampirzuflucht.

Aber nein, halt, da ist es schon wieder. Das typische Knarzen eines Holzbodens – kurz, aber eindeutig. Als ich die Augen schloss, um mich noch stärker auf mein Gehör zu konzentrieren, konnte ich den Ursprung des Geräusches ausmachen. Irgendjemand oder irgendetwas befand sich hinter dieser Holztür, keine drei Treppenstufen von mir entfernt. Das dürfte interessant werden, beziehungsweise wartete der vierfache Sold auf mich, wenn ich statt nur einem Vampirgebiss mit vier Schnappzähnen auftauchte. Statt meinem Grinsen nachzugeben und die Dollarzeichen in meinen Augen rotieren zu lassen, konzentrierte ich mich wieder auf die Gegenwart. Als ich mir sicher war, dass das Geräusch von der Tür wegging, machte ich mit einem Bein voraus einen einzigen schnellen Satz auf die Tür zu, die laut nach innen aufkrachte. Wie ein Ninja war ich durch die Tür gesprungen. Das hätte auch Chuck Norris nicht besser hinbekommen, lobte ich mich kurz in Gedanken selbst, als ich schon wieder aus der Hocke hochschoss und mich kampfbereit im Raum umsah. Dann sah ich ihn.

Ganz in der Ecke stand ein splitterfasernackter Typ, verängstigt wie ein kleines Schulmädchen und starrte mich aus schreckgeweiteten Augen an.
Oh verdammt, ein Blut- bzw. Sexsklave.
Wir Jäger stießen nicht besonders oft auf ihre Sklaven, da Vampire wenig Geduld besaßen und einfach unersättlich waren, wodurch die gefangen Menschen zu oft zu schnell verbluteten. Was ich persönlich als gnädigeres Ende ansah, als zu einem Blut und Sexsklaven zu werden, dessen Hirn immer mehr zu Brei wurde. Durch das Gift der Vampirzähne konnten sie nämlich die Menschen willig machen und ihrer gesamten Identität berauben. Das dauerte zwar einige Tage, aber danach war ihr Gehirn nicht mehr wert als Gemüse und es verschlimmerte sich sogar, je länger sie ihn ihrer Gefangenschaft waren. Es gab nur zwei Möglichkeiten sie aus diesem Dämmerzustand zu befreien. Entweder monatelanges Warten, in der sie wieder aus ihrer geistigen Hölle krochen. Was eine Einweisung in eine Psychiatrie zur Folge hatte, da es dort nicht auffiel, wenn sie keine zusammenhängenden Sätze bilden, oder sich nicht einmal an den eigenen Namen erinnern konnten. Schuld daran war das Vampirgift, das so lange brauchte um nicht nur aus ihrem Blutkreislauf, sondern auch aus ihren Gehirnzellen zu verschwinden. Sowie ein spezieller geistiger Zauber, der das Opfer durch den Sex an seinen Blutvampir band, und den nur der Vampir selbst auflösen konnte – was natürlich keiner tat. Aber genau dieser kleine Sexzauber war auch das Schlupfloch, um die monatelange Tortur des Vampirsklaven außer Kraft zu setzen. Und dafür musste man nicht einmal so viel tun. Kurz überlegte ich, für welche Option ich mich entscheiden sollte. Aber ich hatte schon lange keine Gelegenheit mehr dazu gehabt, ich war sprichwörtlich überreif. Und der Typ war eigentlich ganz süß – wie alle Vampirsklaven, was kein Wunder war. Sie suchten sich ja nur die hübschesten unserer Gattung aus, um sich an ihnen zu vergehen. Mistkerle!

Ich riss mich wieder am Riemen, schob die Wut beiseite und entspannte meine Finger, die sich ständig in meiner Lederjacke verkrampften und zu Fäusten bilden wollten. Aber auch, wenn mir der Typ nicht gefallen hätte, würde ich trotzdem diese Entscheidung fällen. Und wenn ich es nicht selbst hätte tun wollen, könnte ich jemanden aus der Jägergilde kontaktiert, um das hier zu erledigen. Aber so passte alles zusammen und ich ergab mich seufzend, aber doch auch mit einer kleinen Spur Vorfreude, meinem Schicksal.
Entschlossen, wie ich nun war, verriegelte ich die Tür hinter mir, was mir ein verängstigtes Wimmern des Sklaven einbrachte, das ich ignorierte, obwohl sich in mir drinnen kurz alles zusammenzog. Armer Teufel!
Ich wollte ihm keine Angst machen, aber Vorsicht war besser als Nachsicht und ich wollte vor etwaigen Besuchern geschützt sein. Ohne viel darüber nachzudenken oder eine Show daraus zu machen, zog ich mich mit wenigen Handgriffen aus und ging auf ihn zu, während ich beruhigende Wörter flüsterte. Seine Augen waren glasig, als ob ein Nebel über sie, wie über seinen ganzen Verstand, lag. Zuerst zuckte er noch zusammen, als ich seine Haut berührte, aber als ich den Blutvampir erwähnte und ihm die Lüge erzählte, dass dies der Wunsch seines Herren war, wurde er auf der Stelle entspannter, passte sich meinen Bewegungen und Körper an. Kurz verspürte ich ein schlechtes Gewissen im Magen, weil ich so augenscheinlich log, aber das war die einzige Möglichkeit, um ihn schneller aus dieser Hölle zu befreien, dessen er sich nicht einmal bewusst war.

Behutsam strich ich ihm durch die dunkelblonden Locken, über seinen Bart und hinunter über seinen schlanken, aber muskulösen Körper. Wenigsten hatten die Vampire ihn genährt und in dieser Hinsicht gut für ihn gesorgt, auch wenn ich überall auf seiner Haut Bisspuren ausmachen musste.
„Komm. Bald wird es dir besser gehen“, versprach ich ihm sanft, obgleich er es wohl nicht hörte, und zog ihn hinüber zum Bett. Wir wechselten keinen Kuss, keine weiteren Worte. Sondern ich legte ihn bloß auf den Rücken und krabbelte auf ihn hinauf, nachdem er bereit war und ich ihm ein Kondom übergezogen hatte. Obwohl es viele der normalen Menschen abstoßen finden oder nicht verstehen würden, wie man das hier machen konnte – egal ob es ihm genau das half – tat ich, was ich für richtig hielt. Und so verkehrt es auch war, obwohl solche Dinge schon mein Leben lang Teil davon waren, und mich gleichzeitig abstießen, stöhnte ich unwillkürlich auf, als ich mich auf ihn hinab ließ und ihn vollständig in mich aufnahm.
Ja, es ist definitiv zu lange her gewesen, dass ich das letzte Mal Sex gehabt hatte.
Keuchend schob ich alle weiteren Gedanken beiseite und gab mit den körperlichen Empfindungen hin, um es mir, wie auch dem namenslosen Mann unter mir, so schön wie möglich in so einer Situation zu machen. Dabei strichen die offenen, langen Haare über meine nackte Haut, die bis zum Ende meiner Schulterblätter reichten. Ich erhörte das Tempo, wippte mit der Hüfte, damit er noch tiefer eindringen konnte, was nun auch seine Atmung beschleunigte, und mir ein Stöhnen entlockte. Sein Hirn war zwar momentan nicht zu gebrauchen, aber da unten, ja – dort war er bestens ausgestattet. Sobald ich aber mit ihm fertig war, würde sein Verstand wieder klarer werden.

***

Nach einer halben Stunde, streckte ich mich seufzend und erhob mich von dem Bett. Trotz aller negativen Punkte, die man an der Hand abzählen konnte, war das wirklich gut gewesen und sowas von nötig. Noch einmal seufzte ich zufrieden. Schnell schlüpfte ich in meine Klamotten und band mit flinken Fingern den Typen, der noch immer seelig grinsend auf der Matratze lag, mit Armen und Beinen an das Bettgestell. Ich konnte ihn unmöglich alleine ins nächstgelegene Krankenhaus bringen, dafür war er eindeutig zu schwer. Also würde ich auf dem Weg zu meinem nächsten Auftrag schnell bei meinem Cousin Jayden anrufen, damit er sich um diese Sache hier kümmerte. Mit dem Sex, den der Süße gerade gehabt hatte, würde er den Nebel der Vampirmagie in den nächsten Stunden endlich verloren haben und hoffentlich vollkommen geistig genesen daraus erwachen – mit Null und Nada Gedächtnis an die letzten Monate. Derart gaga, wie er gewesen war, musste er mindestens Monate, wenn nicht sogar ein Jahr oder länger in den Fängen dieser Monster gewesen sein. Ein ganz normaler Mensch hätte diese Tortur womöglich nicht überlebt und obwohl ich nicht nachprüfen konnte, ob er Magie in sich trug – dazu hätte ich sein Blut analysieren müssen – nahm ich es an. Wahrscheinlich hatte er gerade so viel, um diesen Biestern ins Auge gefallen zu sein, aber nicht genug, um damit richtige Magie zu wirken. Aber für diese These wollte ich meine Hand nicht ins Feuer legen, daher ging ich lieber auf Nummer sicher.

Um ihn auch in Zukunft besser zu schützen, griff ich nach meiner Injektionsspritze, die ich für solche Fälle immer bereit hatte und rammte sie ihm in den Oberarm. Da sich Vampire, Werwölfe, Feen und andere Wesen nicht nur an den hübschen Leuten vergriffen, sondern vermehrt auch an Menschen mit stärker magischer Energie, hatte mein Cousin eine Kapsel aus kleinsten Achat-Splittern hergestellt und diese mit einem Schutzzauber belegt, um Magie affinere Menschen zu verhüllen. Auch ich hatte diese Stein-Kapsel in meinem Oberarm und damit verbarg er alle meine magische Energie vor den Monstern. Denn übernatürlich Wesen kreisten um sie, wie Motten ums Licht. Die meisten Menschen mussten sich keine Sorgen darüber machen, sie wurden nie belästigt, da ihre Magie so gering war, dass sie ihnen ihr Leben lang nicht einmal auffiel. Andere, wie dieser Kerl hier vor mir, hatte weniger Glück gehabt.

Zum Abschluss strich ich über die injizierte Stelle, drückte ihm einen Kuss auf die Stirn und verabschiedete mich. „Mach es gut und pass in Zukunft besser auf dich auf.“
Statt einer Antwort, riss er erneut erschrocken die Augen auf, da ihm wohl bewusst wurde, dass er nun wieder alleine sein würde. An der Tür, drehte ich mich nochmal um. „Keine Angst. Alles wird gut. Ein Freund kommt vorbei und wird sich um dich kümmern.“
Dann schlüpfte ich aus der Tür und in die noch immer dunkle Nacht hinaus.

 

 

Weiter zum 2. Kapitel … folgt noch »»

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