[Schnipsel Zeit] 5 erste Sätze des 5ten Kapitels

Meine liebe Kollegin Nadine Roth​ hat mich nominiert, die ersten 5 Sätze aus dem 5. Kapitel meines aktuellen Projekts zu posten, an dem ich gerade schreibe. Da ich aber erstens gerade an zwei Projekten gleichzeitig schreibe und zweitens bei beiden noch keine 5 Kapitel habe :p nehme ich einfach die ersten 5 Sätze des letzten bisher geschriebenen Kapitels. Hoffe, das ist okay 😉 (beide noch nicht lektoriert!)

Danke liebe Nadine​, dass du mich gewählt hast! ❤ :*

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5 erste Sätze aus „Das verwunschene Königreich“ (Arbeitstitel):

(Feya)

Ein Schrei sammelte sich in meiner Kehle und brandete ungestüm aus meinem Mund. Nicht wegen den Verletzungen, die ich mir seit dem Beginn des Kampfes gegen die Schattenkieger zugezogen hatte oder wegen den brennenden Muskeln, der Ermüdung meines Körpers. Sondern weil eines dieser Monster auf Kiran eingestochen hatte. Denn unter den Geräuschen der ächzenden Leibwächter, dem Grunzen der Schattenbiester und dem Klirren von Metall auf Metall, hörte ich seinen Stoff reißen und Kiran scharf die Luft einziehen. Wenn ihm etwas passierte, weil ich unbedingt zurückgehen hatte wollen, würde ich mir das nicht verzeihen können.

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5 erste Sätze aus einem Geheimprojekt (hat noch keinen Namen)

(Shawn)

Nachdem wir uns gesäubert hatten und nackt auf der Couch saßen, total unbefangen und frei, was mir neben der Aussicht am besten gefiel, betrachtete ich sein Gesicht genauer. Wie immer stand sein weiches, sandfarbenes Haar verwuschelt vom Kopf ab, seine Augen strahlten wie zuvor hellbraun mit dunklen Flecken, dennoch sah er verändert aus. Unter den Augen hatten sich Schatten gebildet, seine Stirn war gerunzelt und er wirkte angespannter, ausgezerrter als voriges Wochenende. Ein wenig hatte er mir von der Krankheit seines Dads und seiner generellen Situation erzählt, aber ich wollte nicht zu viel nachbohren, aus Angst, er würde dann auch von mir mehr erfahren wollen. Und sobald mein kleines Geheimnis gelüftet war, würde es etwas zwischen uns verändern.

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Bis bald, alles Liebe ❤
Eure Martina

Die Feder schreibt morgen wieder…

 

[Road zu Salvation] Ab in den Verlag mit dir

~*~ RtS – Ab in den Verlag mit dir ~*~

Es ist soooo weit. Nach den letzten anstrengenden Wochen mit dem Beenden der Rohfassung und Überarbeitung dieser, habe ich „Road to Salvation“ nun endlich an den Impress Verlag geschickt. ❤ An dieser Stelle auch einen ganz lieben DANK an alle Helferlein! *knutsch* ❤
Somit heißt es jetzt hibbelig bangen und natürlich auf das Lektorat warten. 😉 Drückt mir doch bitte die Daumen, damit nicht so viel zu ändern ist, das wäre nämlich toll! *lol* 😀
Wer von euch freut sich schon auf den abschließenden Herzenswege-Band rund um Bianca?

Zur Feier des Tages habe ich hier noch ein kleines Zitat von Cassio für euch :-*

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„Bei ihr
fühlte ich mich nicht klein, nicht unnütz, wie ein kurzer Sternenschauer in der ewigen Unendlichkeit der Welt, sondern real, echt, wichtig.“
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Bis bald und alles Liebe ❤
Eure Martina

Die Feder schreibt morgen wieder…

[High Fantasy Projekt] Neuer Start

~*~ Nach dem Buch ist vor dem Buch ~*~

Nachdem „Road to Salvation“ gerade bei der letzten Testleserin ist und „Monster Geek 2“ auf das letzte Korrektorat wartet, habe ich ein wenig Zeit, um mich einem neuen Projekt zu widmen. ♥
Nachdem ich für mich einmal etwas ganz Neues ausprobieren möchte, versuche ich mich gerade an einer High Fantasy Geschichte. Hierbei arbeite ich an einer 50-seitingen Leseprobe, bin aber erst bei 14 Seiten xD, daher ja, wird wohl noch etwas dauern. ^^ Habt ihr trotzdem Lust, einmal in die ersten Seiten hineinzulesen? Wenn ja, dann liest doch einfach einmal weiter – aber nur damit ihr es wisst, ist eine unlektorierte Fassung. Gerade erst getippt und nun mit euch geteilt. Viel Spaß und bin neugierig was ihr davon haltet. Soll ich die Idee weiter verfolgen oder lieber als nächstes einen Liebesroman schreiben?

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Kapitel  1

Feya

Die sternenklare Nacht lag über dem Königreich Southhand. Im Wald in der Nähe der Hauptstadt Wayfair krächzte ein Käuzchen, weiter entfernt erklang das Geheul eines Wolfes. Zu weit entfernt, um mir Sorgen zu bereiten. Die Raubtiere des Waldes zogen die Einsamkeit vor und schlichen nur selten so nahe an die Stadt heran. Im Gegenzug gab es andere Gefahren in diesem Abschnitt – wie mich und Kiran, obwohl wir nicht nach ihrem saftigen Fleisch oder deren Leben trachteten.

Ein Blatt kitzelte mich an der Schläfe, da ich den Kopf ein Stück zur Seite gedreht hatte auf der Suche nach meinem Kumpan im dichten Gewächs gegenüber des Weges. Kein Zeichen, kein Schimmer war von ihm zu sehen, er war vollkommen im Dickicht verschwunden. Bei solchen Aktionen kamen ihm die rabenschwarzen Haare und sein dunkel olivfarbener Teint zu gute. Ich selbst musste mir einen dunklen Schal um meine weißen, fast Silber schimmernden Haarsträhnen schlingen sowie die Porzellanhaut mit Farbe beschmieren, um mit den Schatten zu verschwimmen. Das Halstuch hatte ich ebenfalls bereits angelegt, würde es jedoch erst später nach oben schieben. Zuvor wollte ich frei atmen können. Der Geruch von Rauch, Bier und Essen aus der Schenke, in der wir letzte Nacht geschlafen hatten, hing trotz dessen in der Kleidung, drang in meine Nase und hätte beinahe meinen Magen zum Knurren gebracht.

Schlechter Zeitpunkt, denn ich musste mich konzentrieren. Just in diesem Moment flatterten große, aufgescheuchte Riesenfledermause, deren leicht lumineszierende Flügelränder blauviolett im Nachthimmel schimmerten, über die Baumwipfel des Waldes. Die Magie war vor fast einem Jahrhundert auf unseren Kontinent beinahe vollständig verschwunden, doch hin und wieder begegnete man nach wie vor kleinen Wundern. Wie diesen hier.

Der Wagen würde jede Sekunde auf dem Pfad um die Ecke biegen, die Geräusche des Fuhrwerks und der schnaufenden Pferde waren bereits auszumachen. Wenige Meter von dem Baum entfernt, auf dem ich zwischen den Blättern hockte, hatte sich ein weißes Tigerbaby, heute mit rosa Fellzeichnung, auf dem Weg zusammengerollt. Ich spannte den Bogen, hielt den eingelegten Pfeil dicht an mein Gesicht, wodurch die Pfeilfeder meine Wange streifte. Der Wagen schlingerte um die Biegungen des Weges, das Rattern der Räder verscheuchte auch noch die restlichen Fledermäuse sowie andere Kleintiere in der Nähe. Nur das Tigerbaby blieb seelenruhig auf dem Pfad sitzen, schleckte sich träge die Pfoten sauber.

Ein Grinsen bildete sich auf meinem Gesicht, dennoch konzentrierte ich mich und ließ den Pfeil los. Sofort war ein weiterer eingespannt und ich zielte erneut. Der erste Pfeil hatte sein Ziel am gegenüberliegenden Baumstamm erreicht, einige Meter von der Pferdekutsche entfernt. Trotzdem hatte der Fahrer das Geschoss bemerkt und hielt rufend die Pferde und somit die Kutsche zurück. Seine großen Augen huschten über die Baumreihen, späten in die Schatten der Wälder, auf der Suche nach dem Missetäter. Statt mich weiterhin auf in oder seine angespannten Arme zu konzentrieren, die über die Zügel jeden Moment die Pferde erneut antreiben würden, blickte ich zum Fenster der Kutsche. Wartete und wartete. Da war sie. Eine junge Frau mit hochgesteckten Locken steckte neugierig ihren Kopf aus dem Fenster. Zwischen den blonden Haarsträhnen blitzen türkise Perlen und blaufunkelnde Steine hervor. Ich mochte mir gar nicht vorstellen, wie lange sie eine sechsköpfige Familie alleine mit dem Haarschmuck ernähren könnte. „Cölsta, was ist los? Warum halten wir mitten im Wald an? Wir sind sowieso schon viel zu spät dran. Das Diner hat bestimmt längst begonnen.“

Bevor ihr Kutscher antworten konnte, schoss ich den zweiten Pfeil ab und das Tigerbaby am Weg heulte schmerzverzerrt auf. Auf der Stelle blickte die holde Dame zu dem Tier, das sich nun auf dem Boden wand und einen Herz zerreißenden Eindruck machte. Beinahe wäre ich selbst von dem Ast gesprungen, um auf das kleine Fellknäuel zuzulaufen und es zu beschützen. Die Tür der Kutsche schwang auf, gefolgt von drei männlichen Rufen, die der Dame Einhalt gebieten wollten – der Kutscher und zwei Leibwächter. „Lady Forsting, bleiben sie in der Kutsche. Wir müssen weiter und wir sollten nicht hier stehen bleiben“, wandte sich die erste Leibwache mit dunkler Uniform und schwarzen Haaren an die Frau. Sogar der Kutsche stimmte auf seinem Platz mit ein, dabei schweifte sein Blick weiterhin unsicher über den Wald. „Er hat Recht, Miss. Die Wälder sind nachts nicht sicher.“
Die zweite Leibwache mit blondem Haarschopf war sogar so dreist, ihr Handgelenk ergreifen, um sie auf ihrem Weg neben der Kutsche aufzuhalten. Ich beobachtete das Schauspiel vor mir und hielt den Atem an. Aufregung pulsierte durch meine Blutbahnen. Gleich war es so weit, ich spannte die Muskeln an, jeden Moment bereit. Das Tigerbaby stieß erneut einen gequälten Laut aus, den die Frau nicht ignorieren konnte, da es für sie so aussehen musste, als stecke der Pfeil mitten im Leibe des armen Tieres, auf das sie nun unbeirrt zueilte. Die Wächter stolperten ihr irritiert hinterher und selbst der Kutscher stieg fluchend vom Wagen, hastete mit dicken, rudernden Armen seinen Begleitern nach. Niemand legte seine Konzentration weiterhin auf den dunklen Wald und ihre Bewohner in den Schatten. Ihr Pech, unser Glück.

Dann passierte alles gleichzeitig: Shade verwandelte sich vor den Augen der vier Möchtegern-Helfer in einen dunklen Raben und flatterte in die andere Richtung davon. Der Pfeil, den ich abgeschossen hatte steckte ohne einer Blutspur im Boden. Nicht einmal einen Fellbüschel hatte mein Pfeil berührt, obwohl er täuschend echt fast den Wandler getroffen hätte. Gleichzeitig mit Shades wundersamer Wandlung und Abflug, hatte ich mich lautlos auf den Boden fallen lassen und das Halstuch bis zu den Augen über meinen Mund und Nase gezogen, wie ein Bandit. Gegenüber wusste ich, dass Kiran ebenfalls aus den Schatten getreten war. Nicht, weil er einen Laut verursachte, sondern weil wir ein eingespieltes Team waren und das hier schon unzählige Male getan hatten. Während die Kutschfahrer das Schauspiel den Tigers zu einem Raben beobachteten hatten und danach erstreckte Laute, erstaunte Ausrufe und derbe Flüche folgten, schwangen sich Kiran und ich bereits leichtfüßig auf die Kutsche. Mein dunkelbrauner Mantel flatterte hinter mir. Automatisiert griff Kiran nach den Zügeln und trieb die Pferde zum Galopp an. Meine Wenigkeit spannte einen Bogen und zielte auf die Leute vor uns, die sich überrascht umdrehten und uns schockiert anstarrten. „Runter von der Kutsche. Das könnt ihr nicht tun. Was soll das?“, brauste einer der Wachen auf, der andere hielt immer noch die Hand der Edeldame und der Kutscher glotzte nur. Beinahe so, als könne er nicht glauben, tatsächlich von Banditen überfallen worden zu sein.
„Können wir sehr wohl. Die Kutsche und alles darin, gehören nun uns. Also weg da, sonst überfahren wir euch!“, brüllte ich mit tieferer, verstellter Stimme, blickte sie finster wie der Dieb, den sie in mir sahen, an und zielte auf den Hals der Frau. „Oder ich erschieße die Frau! Dann seit ihr nicht nur das Transportmittel los, sondern trägt auch ihr Blut an euren Händen!“

Obwohl die Kutsche, auf der ich saß, wild ruckelte, gab ich einen Warnschuss nur wenige Zentimeter von angedrohtem Hals entfernt ab. Dieser Pfeil ließ Bewegung in die Schockgefrorenen Gaffer kommen und sie sprangen wie auf geschreckte Hasen aus dem Weg, zerrten dabei die entsetzte Dame auf die Seite, die den Anschein machte, jeden Moment in Ohnmacht zu fallen. Das war auch schon alles, das bisher passiert war. Noch nie hatte ich tatsächlich ein Tier oder einen Menschen schlimm verletzt. Vielleicht einmal jemanden einen Zahn ausgeschlagen oder eine kleine Schnittwunde verpasst, mehr aber nicht. Das richtige Auftreten und wilde Drohungen reichten oft aus, um zu bekommen was man wollte. Wäre es einmal anders, könnte ich es wohl nicht tun. Dann müssten Kiran und ich die Beine in die Hände nehmen, um zu fliehen und nicht geschnappt zu werden.

Mein Pfeil drehte sich in Richtung der Gruppe, während wir mit der Kutsche an ihr entlang ratterten und selbst als wir vorbei waren, lehnte ich mir zur Seite und zielte auf sie zurück, um auf Nummer sicher zu gehen. Möglicherweise kamen sie auf die glorreiche Idee uns zu folgen oder ihre Armbrüste einzusetzen, was ich ihnen nicht raten wollte.

Erst als die Gruppe außer Sicht war, entspannte ich mich und ließ mich auf den Sitz neben Kiran fallen, der die Pferde ein wenig abbremste, kurz den Kopf zu mir wandte und diebisch grinste. Ein seltenes Grinsen und eines, das er oft nur mir schenkte. Sein ganzes Gesicht erstrahlte dann, wirkte ganz anders als seine griesgrämige Miene. Bei mir konnte er offen sein, so wie er war und sich nicht nach außen gab. Immerhin kannten wir uns seit klein auf, seit ich denken konnte. „Und wieder einmal eine Glanzvorstellung, sehr geehrte Damen und Herren, die nicht hätte besser laufen können.“
„Stimmt, Shade war wie immer unbezahlbar“, pflichtete ich ihm bei. „Dennoch musst du nicht so klingen, als spielten wir in einem Possentheater und du würdest auf Zuschauer warten, die dir Beifall klatschen.“
Wie auf das Stichwort landete ein schwarzer Rabe auf meiner Schulter und rieb liebevoll den Schnabel an meiner Schläfe. Meine rechte Hand glitt nach hinten und kraulte das Köpfchen, die linke griff in meine Satteltasche an der Hüfte. Dankbar schnappte sich Shade das Leckerchen aus meinen Fingerspitzen. „Brave Shade. Du warst wie immer unglaublich. Dankeschön. Was würden wir nur ohne dich tun?“

Zur Bestätigung meiner Worte stieß sie ein vielsagendes Krähen aus und ich musste lachen. Besonders als ich Kirans Gesicht sah. Schmollend hatte er die Unterlippe vorgeschoben, seine dunkelvioletten Augen blitzten jedoch amüsiert. Augen, die eine Spur dunkler waren als meine und zusammen mit den fast schulterlangen, glatten, schwarzen Haaren, die er mit einem Lederband zusammengebunden hatte, sah er verwegen gut aus. „Zu mir sagst du nie solche Dinge. Ich und wir haben auch gute Arbeit geleistet. Sei nicht so edelmütig, Feya.“
Edelmütig, das wäre das letzte Wort wie ich mich beschrieben hätte. „Weißt du eigentlich, was das Wort bedeutet? Ich bin ganz sicher nicht edelmütig. Wir haben gerade eine ganze Kutsche gestohlen. Nicht nur ausgeraubt. Nein. Sondern die Leute herausgelockt, sie im dunklen Wald zurückgelassen und ihre Kutsche genommen. Ich würde nicht behaupten, damit der Kategorie ‚Edelmut’ zu entsprechen.“
„Wortklauberei“, gab Kiran knapp zurück und ich musste lächeln. Über ihn, über uns, über seine Ansichten oder einfach über unser Leben. Es war nicht perfekt, wir waren es nicht, aber manchmal in den unpassendsten Momenten fühlte ich mich dennoch glücklich. Selbst als Waise. Ein Schicksal, das ich mit Kiran, meinem besten Freund teilte.

Plötzlich zerriss ein markerschütternder Schrei die Nacht und das Lächeln fiel polternd von meinem Gesicht ab. Gänsehaut schoss meinen Rücken und meine Arme empor, als gleich darauf ein weiterer, Schrei zu hören war, gefolgt von dem unverkennbaren Geräusch aufeinanderschlagender Klingen. Wir wussten nicht, wer die Gruppe angriff, jedoch, dass sie nur wegen uns in diese Situation gekommen waren. Ganz eindeutig waren wir zwei keine guten Menschen, denn wir raubten andere aus. Dennoch hatten wir grenzen und ich würde sicherlich niemanden wegen uns sterben lassen.

Gleichzeitig mit meiner Erkenntnis, zog Kiran die Zügel an. Beinahe sofort wieherten die Pferde überrascht auf und die Kutsche blieb mit einem Ruckeln stehen. Wir sahen uns in die Augen – hellviolett auf dunkelviolett – spiegelten die Gefühle des anderen darin. „Wir müssen zurück, Kiran. Wir können sie nicht sich selbst überlassen.“
„Und wenn sie uns späteren erkennen sollten? Uns die Palastwache schnappt und wir im Kerker landen? Das Risiko ist groß, das weißt du“, widersprach Kiran. Trotz seiner Worte und Vorsicht, wusste ich, dass er meine Meinung teilte, weil es das Richtige war. Beide wussten wir, was wir zu tun hatten. Egal, ob wir es wollten oder nicht, oder was es für uns bedeutete, dennoch konnten wir nicht einfach abhauen.
„Sie sind nur wegen uns in den Kampf geraten. Willst du ihr Blut an deinen Händen haben? Ich nicht. Wir stehlen nur, aber wir sind nicht für unschuldige Tote verantwortlich.
Eisern hielt ich seinen Blick stand, bis er seufzend aufgab und mit einem Seufzer die Zunge schnalzen ließ. „Na schön, aber wenn das Ganze in die Hose geht, bin ich der erste der daraufhin weist, es dir ja gesagt zu haben.“
„Unbedingt, ich kann es kaum erwarten“, flötete ich und grinste ihm zu. Kiran verdrehte mit einem milden Lächeln die Augen. Gleichzeitig zog er an den Zügeln und wendete die Kutsche, um zurück zu fahren. Dabei ließ er die Pferde die ganze Strecke über in einem schnellen Galopp durch den Wald laufen. Bei jedem Meter, den wir uns näherten, wurden die Kampfgeräusche lauter und ein unnatürlicher, grau dicker Nebel kroch über den Boden. Wirkte beinahe wie ein lebendiges Wesen, das sich entlang wand auf der Suche nach einem Opfer, das es verschlingen konnte. Gänsehaut prickelte über meinen Rücken, wie ein Windstoß unter meine Gewänder.
Kurz bevor wir die Gruppe erreichten, bremste Kiran das Gefährt und ich sprang mit einem Satz von der Kutsche.
„Du hältst dich aus dem Kampf heraus. Komm erst wieder, wenn er vorbei ist, Shade“, wandte ich mich an den Raben, der von meiner Schulter geflattert war. Sie gab einen unglücklichen Laut von sich, folgte aber meiner Anweisung. Es war etwas vollkommen anderes, wenn sie den Köder spielte oder ob wir sie wissentlich in einen gefährlichen Kampf mitnahmen. Vor meinen Augen verwandelte sich Shade von einem Raben in eine Fledermaus und hängte sich neben der Kutsche auf einen Ast.
Rasch liefen Kiran und ich los, den Weg entlang, der einen Bogen nach rechts beschrieb. Das Dickicht schob sich aus unserem Blickfeld und dann sahen wir es, das ganze Ausmaß des Kampfes. Kaum traute ich meinen Augen, die versuchten alles zu erfassen. Der Kutscher lag zusammengesunken am Wegrand. Blut tränkte seine Weste mit Hemd darunter in dunkler Farbe, die im Dämmerlicht fast schwarz wirkte. Neben ihm kniete mit riesigen Augen die Dame, hielt seinen Kopf auf den Schoß, blickte aber zu den Leibwachen auf. Die beiden bildeten eine Front vor ihr, versuchten so einen Schutzwall zwischen ihr und den Angreifern zu schaffen. Ihre Schwerter sausten nach links und rechts, schnitten quer durch schwarzes Fleisch oder parierten gezackte Krummsäbel. Doch wer waren diese Angreifer, die mit den Rücken zu uns standen. Es waren vier an der Zahl – einer von ihnen fast zwei Meter große, die anderen drei kleiner, weniger breit und mit kürzeren Waffen. Einer war bereits zu Boden gegangen und lag auf dem Bauch gedreht mit dem Gesicht im Dreck. Seine Blutlache rund um den Körper schien nicht nur schwarz, sondern war es auch. Wie dickflüssiges, schmieriges Öl, das man nie wieder abwaschen konnte. Einer der Angreifer musste uns gehört haben, denn er drehte sich zu uns um. Das Gesicht schwarz mit kleinen, knopfartigen roten Augen. Das Blut gefror mir in meinen Adern und ich keuchte.
„Was zum verfluchten Orkschwanz, ist das?“, fluchte Kiran neben mir und ich hauchte ungläubig: „Schattenkrieger. Ein Schattenfürst.“

 

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Das war es! Alles Liebe ❤
Eure Martina

Die Feder schreibt morgen wieder…