[Road to Hallelujah] Charaktervorstellung #1: Sarah

Hey ihr Lieben,

vor wenigen Tagen habe ich euch gefragt, was ihr lieber wollt – Schnipsel oder Charaktervorstellungen und da es ein Unentschieden war bzw. ihr es gemischt wolltet, bekommt ihr jetzt auch genau das 😉

 

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Am besten fangen wir mit einem der wichtigsten Figuren im Buch an –> Sarah!
Denn sie ist diejenige, mit der alles steht oder fehlt… ihren Charakter hatte ich sofort bei der ersten Idee fast vollständig in meinem Kopf. Ihr Aussehen, ihr Wünsche, Sorgen und Hoffnungen…

Sarah ist ein absoluter Realist, da sie mit ihren 18 Jahren schon einiges erlebt hat, was sie abgehärtet, aber auch dazu geführt hat, dass sie sich verbal zu verteidigen weiß. Denn so klein ihre Körpergröße auch ist, mit ihrem Mundwerk macht sie das wieder vollkommen wett. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Großmutter in einer kleinen Wohnung, während ihr Bruder Nathan (Nat) in eine WG in die große Stadt gezogen ist, um dort zu studieren. Eine Möglichkeit, die auch Sarah bald hat, da der Schulabschluss kurz bevorsteht. Stellt sich nur die Frage, ob sie gleich danach an die Uni gehen oder zuerst ihren Traum erfüllen soll: und zwar – für einige Zeit nach New York zu gehen, um dort einfach einmal zu leben, sich fallen zu lassen, ohne sich Sorgen um alles zu machen…
Hier die Kurz-Fakten zu Sarah: Sie ist klein, hat grüne Augen mit braunen Sprenkeln und wilde dunkelbraune Locken. Sie liebt Musik seit sie denken kann und spielt Gitarre wie der Teufel höchstpersönlich. Sie tanzt so gut, wie sie spielen kann, nur mit dem Singen hat sie ihre Probleme. Obwohl sie ein kleiner Besserwisser, bockig, sarkastisch und stur ist, ist Sarah gleichzeitig auch jemand, der sich immer automatisch um alle kümmert, fast wie ein Zwang. Tja, und das führt auch dazu, dass sie manchmal Dinge tut, die sich gar nicht so richtig machen will, nur um es anderen Recht zu machen… so wie es auch bei der Reise der Fall sein wird – aber dazu mehr im Juni. ^^

 

[Road to Hallelujah] Schnipsel #1

Habe ich nicht vor kurzem auf Facebook mein gekochtes Essen gepostet? JA genau, da war doch was – und zwar ein ganzer Topf voller Pasta Asciutta.^^ Das hatte auch seinen Grund! Und deswegen poste ich heute zur Einstimmung auf das Buch einen Schnipsel aus „Road to Hallelujah“, bei dem es ebenfalls kurz vorkommt. Na gut, es geht eigentlich nicht wirklich ums Essen. Stattdessen veräppeln sich Johnny und Nat ein wenig, aber das gehört auch dazu.^^ Außerdem kündigt es bereits sachte etwas an, was meiner zweiten Hauptfigur Sarah gar nicht gefallen wird… aber dazu ein anderes Mal mehr. Und nun viel Spaß ❤

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Das verschlug mir für einen Moment die Sprache, ich hatte nicht gedacht, dass es so schlimm um sie stand. »Das tut mir leid … Kann ich irgendetwas tun?«
Nat lächelte schwach. »Hast du das nicht schon? Danke. Hau dich lieber ins Bett. Du musst früh raus. Oder hast du morgen keine Schicht?«
Während ich die restliche Soße in einen Behälter füllte und in den Kühlschrank stellte, nickte ich bejahend. »Stimmt, Punkt fünf muss ich dort sein, um bei den Vorbereitungen zu helfen.«
Seit ich vor sechs Monaten aus Amerika zurückgekommen war, jobbte ich als Frühstückskellner im Radisson Blu Palais Hotel, direkt am Parkring. Eine feine Adresse in Wien, vollgestopft mit gut betuchten Damen, die gerne zu viel Trinkgeld gaben. Mir konnte das mehr als Recht sein. Nur das Aufstehen war die Hölle.
»Du weißt, wie streng meine Chefin ist, da gibt es kein Zuspätkommen.«
Bei meinen Worten prustete Nat los: »Ja klar, als ob du sie nicht schon längst um den Finger gewickelt hättest mit deinen tiefblauen Augen«, wobei er das Wort tiefblau mit den Fingern in Anführungszeichen setzte und zu quietschen versuchte, wie es eine Bekannte von uns letzten Samstag auf einer Party getan hatte. Verspielt klimperte ich mit den Wimpern und lehnte mich an die Küchenzeile. Wieder musste Nat schmunzeln, wobei er dieses Mal schluckte, bevor er weiterredete: »Hör auf mit dem Scheiß. Verdammt, wenn ich eine Braut wäre, würde ich auch auf dich stehen. Aber weißt du was?« Nun tippte er mit der leeren Gabel in meine Richtung. »Ich würde nie mit dir ins Bett gehen, weil ich Angst vor Syphilis hätte.«
Theatralisch griff ich mir mit der Hand an die Brust und verzog schmerzverzerrt das Gesicht. »Das tut weh! Dabei wärst du so eine geile Schnitte, mit deinen blonden Locken und braunen Augen. Du brichst mir das Herz.«
Endlich erreichte Nats Lächeln auch wieder seine Augen und ich atmete innerlich erleichtert auf, bevor ich weiter blödelte. »Du bräuchtest dir gar keine Sorgen darum zu machen, Schatz. Ich nehme doch immer ein Kondom.«
»Zum Glück«, betonte er laut, »für die ganze Stadt, sonst würden drei Viertel der Frauen bereits krank im Spital liegen.«
Damit brachte er auch mich zum Lachen. »Du bist ein Idiot.«
Anstatt mir eine schnelle Retourkutsche zu verpassen, zwinkerte er mir zu und stopfte sich genüsslich den nächsten Happen in den Mund. »Deshalb ist es auch keine schlechte Idee, wenn du wieder losziehst, um die Frauen anderer Städte zu beglücken, damit unsere in Frieden weiterleben können. Weißt du schon, wann es soweit ist?«
Eigentlich hatte ich vorgehabt, spätestens im Herbst aufzubrechen und wieder für einige Zeit in Amerika herumzustreunen. Doch so wie mich Nat jetzt anguckte, wie ein zurückgelassener Welpe, meldete sich mein schlechtes Gewissen. Daher zuckte ich mit den Schultern. »Keine Ahnung. In den nächsten Monaten vielleicht. Warum?«
Er fragte nicht grundlos, etwas in seinem Blick machte mich unruhig, aber ich konnte nicht sagen was oder warum. Wir hatten die letzten Wochen schon einige Male darüber geredet. Bisher hatte er noch nie Probleme damit gehabt, dass ich manchmal für drei, vier Monate aus dem Land verschwand. Nat leckte die Gabel ab und stellte das Geschirr in die Spüle. »Nichts. Nur so.«